AusgangslageDSC00703 min

Das Handwerk braucht Nachwuchs, um auch in Zukunft reibungslose Abläufe in allen Bereichen der Gesellschaft sicherstellen zu können. Schon heute kommen Betriebe an die Grenze der Leistungsfähigkeit, weil es an Fachpersonal mangelt, um die Aufträge zu bewältigen. Die seit 2015 nach Deutschland eingewanderten Flüchtlinge können diese Fachkräfte von morgen darstellen, wenn es gelingt sie für den deutschen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Diese WIN-WIN-Situation soll durch das IHAFA-Projekt genutzt werden.

Projektlaufzeit

Das IHAFA-Projekt startete am 1. November 2015 und hatte nach einer Verlängerung eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2019. Die Neuprojektierung startete am 01. Februar 2019 mit einem neuen Konzept und läuft bis zum 31. Dezember 2022.

Förderung

Das IHAFA-Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitatalisierung zu einem Anteil von 70 % gefördert.

Ziele

Die Vermittlung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Praktika, Einstiegsqualifizierungen, Umschulungen und Ausbildungen in handwerkliche Berufe mit dem Ziel der Fachkräftegewinnung für das niedersächsische Handwerk auf der einen Seite und der gesellschaftlichen Integration der Zugewanderten auf der anderen Seite. Bis Projektende 2022 sollen 500 Ausbildungsverhältnisse von IHAFA-Teilnehmer-/innen mit Handwerksbetrieben abgeschlossen werden. 

DSC00717 kllDie Unterstützung und Beratung von Handwerksbetrieben, die Flüchtlinge und Asylbewerber ausbilden bzw. Interesse haben, dies zu tun.

Die Beratung, persönliche Begleitung und Unterstützung derjenigen Flüchtlinge und Asylbewerber, die bereits in Beschäftigungsverhältnissen im Handwerk sind, und der jeweiligen Handwerksbetriebe, die sie beschäftigen, mit dem Ziel, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, und die Flüchtlinge langfristig auf dem 1.Arbeitsmarkt zu integrieren. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss von Gesellen- bzw. Abschlussprüfugen.

Die Beratung, persönliche Begleitung und Unterstützung derjenigen Flüchtlinge und Asylbewerber, die Interesse an einer Berufsausbildung im Handwerk zeigen.

Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Bildungs- und Arbeitsmarktakteuren, wie Schulen, Jobcenter, Agenturen für Arbeit, Bildungsträgern, Behörden und Ehrenamtsinitiativen, um für die Erreichung der oben genannten Projektziele möglichst förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Konzept

Das IHAFA-Projekt ist ein gemeinsames Projekt der sechs niedersächsischen Handwerkskammern und verteilt sich auf 10 Standorte. Das Projekt umfasst 13 vollzeitäquivalente Beraterstellen. Die Koordinierung des Projekts liegt in der Hand der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Die komplette Projektskizze finden Sie hier.

Zur Erreichung der oben genannten Projektziele gliedert sich das Projekt in die folgenden fünf Säulen:

1.Säule: Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen/Ausbildungsbegleitende BeratungDSC00710.Min

Durch den persönlichen Kontakt zu Azubis und durch Betriebsbesuche nehmen IHAFA-Berater/-innen frühzeitig Schwierigkeiten im Ausbildungsverhältnis wahr und wirken stabilisierend auf die Situation ein. IHAFA-Berater/-innen vermittelt dafür in die ausbildungsbegleitenden Unterstützungsinstrumente der Arbeitsverwaltung und sensibilisiert die Betriebe für die notwendige zusätzliche Qualifikation der Azubis. An der Entwicklung passender lokaler Nachhilfeangebote beteiligt sich IHAFA als Schnittstellenakteur zwischen Betrieben, Schulen und Behörden.

2.Säule: Vermittlung in Ausbildung und Einstiegsqualifizierung

Es werden durch IHAFA je nach regionalem Bedarf regelmäßige Beratungsangebote bei Jobcentern, Ehrenamtsinitiativen oder Betreuungseinrichtungen angeboten und Informationsveranstaltungen in Schulen, Unterkünften, Wohngruppen und bei Bildungsträgern durchgeführt, um die Zielgruppen zu erreichen. IHAFA begleitet über einen Zeitraum von mehreren Monaten, ggf. auch überr Jahren hinweg, Flüchtlinge und Asylbewerber vor und während der Ausbildung im Handwerk. Dazu gehört die Ausarbeitung von individuellen Bildungs- und Entwicklungsplänen im Sinne funktionierender Bildungsketten, die Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und die Begleitung zu Bewerbungsgesprächen und/oder die Vermittlung zu weiteren Unterstützungsangeboten, die eine persönliche Betreuung anbieten. Erwartungen und Anforderungen der Betriebe mit den Kompetenzen der angehenden Azubis werden von IHAFA durch Vorpraktika und Bewerbungsgesprächen abgeglichen. Betriebe werden über die Chancen und spezifischen Anforderungen, die die Beschäftigung von Flüchtlingen und Asylbewerbern bietet, informiert.

3.Säule: Kompetenzchecks

„IHAFA-Kompetenzchecks“ sind Kurztests, die eingesetzt werden, um zu prüfen, ob Flüchtlinge den Anforderungen im Berufsschulunterricht gewachsen sind. Die „IHAFA-Kompetenzchecks“ werden in Beratungen oder im Rahmen von Workshops von den Berater/-innen durchgeführt.

4.Säule: Berufsorientierung

Um für Mangelberufe im Handwerk und die Vielfalt im Handwerk zu werben, setzt IHAFA Verfahren und Gesprächsstrategien zur Berufsorientierung ein. Diese beinhalten die Weitergabe von Informationen über das duale Ausbildungssystem, Verdienstmöglichkeiten im Handwerk und die Veranschaulichung der unterschiedlichen Handwerksberufe durch praktische Erprobungen.

5.Säule: Netzwerk, Öffentlichkeitsarbeit

IHAFA arbeitet auf der strategischen und operativen Ebene eng mit allen relevanten Netzwerkpartner zusammen. Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Jobcentern besteht eine besondere Kooperation, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Der konkrete Zuschnitt der Arbeitsschwerpunkte der IHAFA-Projektstandorte resultiert aus den Gesprächen und Abstimmungsprozessen, die vor Ort geführt werden, und der Ausgestaltung der vorhandenen Regelangebote. Mediale Aufmerksamkeit für die Thematik wird unter anderem durch die Darstellung von „Best-practice“-Beispielen erzielt.